Die Grenzübertritte sind immer wieder für eine Überraschung gut. Dass der Beamte, der die Obst- und Gemüsekontrolle vornimmt, die halbe Zwiebel sowie die gekochte Kartoffel mitnehmen würde, haben wir erwartet. Doch dass ihn der Rest Käse und die offene Milch, die auch nicht erlaubt sind, nicht interessieren, wundert uns. Dafür müssen wir dieses Mal unsere Schuhe desinfizieren. Alles, von den Badeschlappen bis zu den Wanderschuhen, muß raus. Sonja schleppt zusammen mit einer Beamtin 10 Paare zum Gebäude. Dort werden die Sohlen auf einen Schaumstoff gepreßt, der mit einer Desinfektionslösung getränkt ist. Anschließend wird jedes Paar einzeln in Plastiktüten verpackt. Die Sandalen, die wir anhaben, sind bereits sauber, denn das Zollgebäude kann man nur über einen ebenfalls getränkten Schaumstoff betreten bzw. verlassen.

Besteigung des Vulkans Villarrica

Bei der Weiterfahrt auf Pucon sehen wir bereits den Vulkan Villarrica, der noch aktiv ist und aus dessen Krater eine Rauchfahne aufsteigt. Lt. Karte und Reiseführer führt eine Straße zu einem Refugium auf 1400 m hinauf. Der dortige Parkplatz bei der Skistation wird unser Übernachtungsplatz für die folgenden Tage. Wir haben eine herrliche Aussicht auf den See Villarrica, unzählige Hügelketten und einen weiteren Vulkan.

Klaus und Andreas klettern zum Sonnenaufgang am nächsten Morgen ein Stück höher hinauf, bis dahin, wo die ersten Eisfelder anfangen. Wir haben die Absicht, den Vulkan ganz zu besteigen, doch ohne Steigeisen ist das zu gefährlich. Deshalb müssen wir noch einmal nach Pucon hinab, wo wir uns Steigeisen und Eispickel besorgen. Dann geht es zurück auf den Parkplatz und am Sonntag morgen um halb sieben beginnen wir den Aufstieg. Es ist noch dunkel, als wir losgehen. Das schwache Licht des Halbmondes reicht jedoch aus, um den Weg zu erkennen, der anfangs noch entlang den Sesselliftmasten nach oben führt. Trotz des Windes wird es uns beim Aufstieg warm. Als wir am oberen Lifthäuschen vorbei sind, setzt allmählich die Morgendämmerung ein. Unter uns verdeckt eine geschlossene Wolkendecke den Blick auf die Landschaft. Nur vereinzelt ragen ein paar Hügel heraus.

Es ist noch dunkel, als wir losgehen. Das schwache Licht des Halbmondes reicht jedoch aus, um den Weg zu erkennen, der anfangs noch entlang den Sesselliftmasten nach oben führt. Trotz des Windes wird es uns beim Aufstieg warm. Als wir am oberen Lifthäuschen vorbei sind, setzt allmählich die Morgendämmerung ein. Unter uns verdeckt eine geschlossene Wolkendecke den Blick auf die Landschaft. Nur vereinzelt ragen ein paar Hügel heraus.

Weltreise Etappe Südamerika

Die aufgehende Sonne verleiht den Wolken einen rosa Schimmer und bildet auf ihnen den Schatten des Vulkans als Dreieck ab. Der Weg führt über losen Schotter und ist so schmal, dass wir gezwungen sind, hintereinander zu gehen. Nach eineinhalb Stunden sind wir soweit, dass wir die Steigeisen brauchen, von nun an geht es weiter über vereiste Schneefelder.

Weltreise Etappe Südamerika
Weltreise Etappe Südamerika

Im Zick-Zack folgen wir einem ausgetretenen Pfad. Wir sind froh über die Steigeisen, denn ohne sie würden wir auf dem glatten Untergrund keinen Halt finden. Der Anstieg ist jetzt nicht mehr ganz so steil wie am Anfang. Die Sonne scheint voll auf uns herunter, doch der heftige Wind sorgt dafür, dass es uns nicht zu warm wird. Bei einer ersten kurzen Pause an einem Geröllfeld versuchen wir, wenigstens etwas windgeschützt zu sitzen. Der Höhenmesser zeigt an, dass wir bereits 700 Höhenmeter geschafft haben, das selbe liegt noch einmal vor uns. Beim Weiterklettern macht uns immer wieder der Wind zu schaffen, der uns auf der freien Fläche ungehindert erwischt. Beim nächsten Geröllfeld gibt es eine längere Pause, hier finden wir auch besseren Schutz vor dem Wind. Der vor uns liegende Anstieg sieht besonders steil aus und wir schätzen manche Passagen auf 45 – 50 Grad. Von hier aus gibt es zwei Möglichkeiten für den Aufstieg. Der rechte Weg ist voll dem Wind ausgesetzt und wird deshalb von vornherein nicht in unsere Überlegungen miteinbezogen. Doch auch der linke Pfad erscheint uns nicht genügend geschützt.

Wir verlassen deshalb den vorgesehenen Pfad, benutzen den Schotterhaufen als Deckung und suchen uns den Weg nach oben möglichst nah an ihm dran. Wenn wir nach oben schauen, sehen wir nur eine steile, weiße Fläche über uns, die im Blau des Himmels endet. Den Gipfel können wir nicht sehen. Das Klettern ist anstrengend und alle paar Schritte halten wir an.

Weltreise Etappe Südamerika

Es ist nicht die Höhe, die uns zu schaffen macht, sondern es sind die großen Schritte, die wir brauchen, um über die Schneeblöcke weiter hinaufzusteigen. Die beste Methode, die wir finden können, ist diejenige, bei der wir den Eispickel einschlagen und uns daran hochziehen. Andreas ist die Kletterei zu mühselig und er wählt die Alternative, sich über den Schotter einen Weg zu suchen. Er kommt jedoch auch nicht schneller voran. Fast gleichzeitig erreichen wir einen letzten Absatz, von dem aus wir endlich den Gipfel erkennen. Wir besehen uns die letzten ca. 80 – 90 Höhenmeter, die noch fehlen. Wir müssten einen Grat entlang gehen und wären dabei völlig ungeschützt dem Wind ausgesetzt. Die Windgeschwindigkeit schätzen wir auf 70 – 80 Stundenkilometer. Dazu kommen immer wieder Wolken und Rauchschwaden vom Vulkan. Wir brauchen uns nicht lange zu beratschlagen. Das Aufgeben, nach fünf Stunden Aufstieg, so kurz vor dem Ziel ist hart. Doch das Risiko, dass beim Weitergehen etwas passiert, ist viel zu hoch. Das ist es uns dann doch nicht wert.

Weltreise Etappe Südamerika
Weltreise Etappe Südamerika - Klaus Schier

Wir machen einige Fotos und beobachten die Wolkenfetzen, die in heftigen Turbulenzen an uns vorbeiziehen. Dann beginnen wir den nicht weniger mühsamen Abstieg. Mit genügend Abstand zum Vordermann benutzen wir einen im engen Zickzackkurs führenden Weg und kommen relativ gut voran. Unangenehm sind nur die Windböen, die den Schnee aufwirbeln und einen regelrechten Eisregen auf uns herunterprasseln lassen. Wie spitze Nadeln sticht es auf der ungeschützten Haut. Als wir auf einer längeren Passage voll gegen den Wind laufen müssen, merken wir, dass er immer mehr zunimmt.

Wir sind der Meinung, dass uns bei diesem Wetter wahrscheinlich kein Mensch mehr von unten entgegenkommen wird. Um so überraschter sind wir, als wir unterhalb einer Kante unzählige Leute bei einer Rast sehen. Als wir dann die Kante überquert haben, ist uns klar, warum sie überhaupt soweit gegangen sind. Denn schlagartig spüren wir den Wind nicht mehr. Das bedeutet, dass sie gar nicht wissen, was sie da oben erwartet.

Noch bevor wir sie erreichen, hat sich eine Gruppe von 20 – 25 Personen in Bewegung gesetzt. Überrascht sehen wir, dass alle ohne Steigeisen unterwegs sind. Der Anführer spurt einen Weg nach oben und in seiner Spur folgen dann alle nach. Wir kommen mit einem jungen Mann ins Gespräch und erzählen ihm von dem Wind. Doch er meint dazu, sie würden versuchen, soweit wie möglich zu kommen und dann eben wieder umdrehen. Wir bleiben noch stehen, weil es uns interessiert, ob sie tatsächlich oberhalb der Kante weitergehen werden. Bereits vorher stolpern schon einige und halten dadurch ihren Hintermann auf, der ihnen dicht folgt. Als die ersten der Gruppe oben sind, trifft sie der Wind mit voller Wucht. Ihr Anführer veranlasst sie zwar sofort zum Hinsetzen, doch einer findet keinen Halt und rutscht rückwärts ein Stück ab. Als er sich wieder gefangen hat, klettert er nicht wieder hoch, sondern setzt sich auf den Hintern und rutscht, dieses Mal gezielt, noch weiter runter. Ihm folgen kurz darauf immer mehr Leute. Denn während den etwa 10 Minuten, in denen wir da stehen, ziehen so dichte Wolken auf, dass wir oberhalb von uns bald niemanden mehr erkennen können. Wir machen uns deshalb schleunigst an den weiteren Abstieg. Außerdem haben wir genug gesehen und unterhalten uns noch lange darüber, wie leichtsinnig und verantwortungslos es ist, bei solch einem Wetter mit offensichtlich unerfahrenen Personen diese Tour zu unternehmen.

Die Wolken holen uns bald ein und bringen feinen Niesel. Klaus schaut auf die Uhr und stellt fest, dass es gerade erst 1 Stunde und 15 Minuten her ist, dass wir fast oben am Gipfel waren und noch strahlenden Sonnenschein hatten. Für die restliche Stunde, die wir bis zu unseren Fahrzeugen hinunter brauchen, laufen wir dann im Regen und kommen dementsprechend durchnäßt an. Eine heiße Dusche und eine Tasse Kaffee bringen uns jedoch schnell wieder auf die Beine.

Anschließend fahren wir hinunter nach Pucon. Bereits auf dem Weg dahin wird es deutlich wärmer und als wir im Ort ankommen, vertauschen wir die warme Kleidung erst einmal mit kurzer Hose und T-Shirt. Das Wetter hat sich völlig verändert und ein Blick zurück auf den Villarrica zeigt uns, dass es jetzt anscheinend auch dort oben wieder ruhig ist. Eine kleine Rauchwolke steigt senkrecht in den blauen Himmel auf und von Sturm und Regen keine Spur mehr.

Weltreise Etappe Südamerika

Das Ganze kommt uns so unwirklich wie ein Traum vor. Wir können kaum mehr glauben, dass wir noch drei Stunden vorher im strömenden Regen unterwegs waren.

Chiloé

Die nächsten Tage lassen wir es ruhiger angehen. Erst einmal fahren wir an einen See zum Baden, dann weiter in Richtung Süden. Wir wollen zur Insel Chiloé. Unterwegs treffen wir immer wieder ein paar Leute, die wir in Ushuaia kennen gelernt haben und fahren etappenweise zusammen.
Chiloé ist, nach Feuerland, die zweitgrößte Insel Südamerikas. Nach dem Übersetzen mit der Fähre verlassen wir die Teerstraße und folgen der Piste, die am Meer entlang führt. Es ist bald offensichtlich, dass die Region hier zu den ärmsten des ganzen Landes gehört. Die Menschen sind wesentlich einfacher gekleidet, die Häuser nicht so herausgeputzt. Bei vielen Anwesen können wir nicht einmal erkennen, ob sie noch bewohnt werden. Nur die dünnen Rauchfahnen zeigen an, dass sich anscheinend doch noch jemand in den Holzhäusern befindet, die oftmals mit Wellblech als Regenschutz verkleidet sind. Dabei ist auf Chiloé eigentlich eine viel bessere Methode gefunden worden, um die Häuser gegen den häufigen Regen zu schützen. Man hat die Außenfassaden mit Holzschindeln verkleidet. Doch die Schindeln sind handgeschnitzt und wegen der Holzverknappung und den gestiegenen Lohnkosten teuer geworden. So greifen die ärmeren Leute eben zu Wellblech. In Quemchi, einem kleinen Küstenort, sehen wir bei einem Rundgang noch viele geschindelte Holzhäuser. Es gibt sie in unterschiedlichen Formen und wenn es auch nicht originalgetreu ist, so gefallen sie uns doch gut, wenn sie bemalt sind und den Häusern Farbe verleihen.

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In Castro, dem Hauptort der Insel, gibt es dann noch zwei weitere chilotische Besonderheiten zu bewundern. Das sind einmal die buntbemalten palafitos, die gleich am Ortsanfang stehen. So werden die Häuser genannt, die auf Pfählen gebaut sind. Der Unterschied zwischen den Gezeiten ist relativ hoch und bei Flut können die Fischer mit ihren Boote bis unters Haus rudern. Im Moment ist jedoch Ebbe und so liegen die kleine Schiffe auf dem Trockenen.

Außerdem gibt es auf dem zentralen Platz in der Stadtmitte die Kirche San Francisco. Ihr kompletter Innenraum ist aus hellem Holz gestaltet worden und wirkt dadurch hell, freundlich und warm. Insgesamt soll es auf Chioé 150 Holzkirchen geben. Viele von ihnen stehen unter Denkmalschutz.

An der Strandpromenade befindet sich die feria artesanal mit ihren Souvenirständen. Gleich daneben ist der Fischmarkt mit allerlei Meeresgetier. Neben Muscheln und Austern werden Seeigel geöffnet und Klaus probiert den picoroco, der von außen ähnlich wie eine Auster aussieht und auch so aufgeschlagen wird. Er hat aber ein festes, helles Fleisch und mehr Biß und ist bei den Einheimischen sehr beliebt, wie der große Andrang zeigt.

Eine Besonderheit der chilotischen Küche ist der curanto, der überall in den Restaurants angeboten wird. Stilecht ist er jedoch nur, wenn er aus der Erde kommt. Am Sonntag in Dalcahue kommen wir zufällig an einem Haus vorbei, in dem curanto gekocht wird. Mitten im Garten ist ein Loch gebuddelt worden und darin schmoren auf heißer Holzkohle verschiedene Sorten Muscheln, Hähnchen, Würstchen und Kartoffelteig. Das Ganze wird mit den Blättern der Nalca-Pflanzen abgedeckt. Jenen riesigen Blättern, die wir bereits im Queulat-Nationalpark gesehen haben und die auf der Insel auch heimisch sind. Wir wollen nur mal probieren und bestellen eine Portion, die wir uns zu viert teilen. Klaus und Gretl sind von allem begeistert, Aschi hält sich an das Hendl und Sonja – als Vegetarierin – probiert den Kartoffelteig.

Sonntags findet an der Strandpromenade in Dalcahue Markt statt und entsprechend voll ist es dann auch. Erst am Spätnachmittag läßt der Andrang nach und wir finden Sitzplätze an einem der Essensstände, die sich in einem überdachten Gebäude befinden. Wir lassen uns empanadas, gefüllte Teigtaschen schmecken. Erst welche mit Käse und als Nachtisch die mit Äpfeln. Das Ganze dauert etwas und so haben wir Zeit, uns genauer die hygienischen Verhältnisse anzusehen, bei denen hier gearbeitet wird. Die beiden Frauen, die kochen und bedienen, benutzen zwei Lappen (welche Farbe sie ursprünglich hatten, ist nicht mehr zu erkennen), um über die Theke zu fegen, sich die Hände abzutrocknen und über den Teller zu wischen, bevor sie uns darauf die empanadas servieren, immerhin unterlegt von einer Papierserviette. Die Käsetaschen sind frisch fritiert und das heiße Fett hat, so hoffen wir, mögliche Keime abgetötet. Auch am Tee, der mit kochendem Wasser aufgegossen wird, kann nichts sein und hint erher sind die Tassen auf jeden Fall sauber.

Während wir essen, isst auch die ältere der Frauen eine Art Suppe, wobei ihr öfter was vom Löffel tropft und sie sich zwischendurch den Mund abwischt, ebenfalls mit einem der beiden besagten Lappen. Wir sind davon so angetan, dass uns das nicht mehr erschreckt, sondern nur noch fasziniert.

Die ganze Atmosphäre hier entspricht so gar nicht mehr dem gewohnten, ordentlichen Alltag, den wir bisher immer erlebt haben. Der Fettgeruch vom Fritieren vermischt sich mit dem des Spülwassers, das geräuschvoll hinter uns in den Ausguss gekippt wird. Dazwischen dudelt Radiomusik und man unterhält sich über die Theke hinweg mit den Leuten vom benachbarten Stand. Es ist warm hier drin und dass man die Fenster öffnen könnte, kommt niemandem in den Sinn. Doch das Essen ist gut und wir bekommen auch später keine Probleme damit.

In Chonchi schauen wir uns eine weitere Holzkirche an. Anschließend parken wir am Hafen. Dort werden gerade einige größere Fischerboote entladen. Der Fang ist bereits in Kühlbehälter abgepackt und wird auf Lastwagen gehievt. Ein Kapitän zeigt uns sein Schiff. Chile ist der zweitgrößte Lachsexporteur der Welt und bei der Fahrt an der Küste entlang haben wir viele Zuchtanlagen gesehen. Der Kapitän erklärt uns, dass er sowohl die jungen Fische aussetzt als auch die erwachsenen wieder herausholt. Er zeigt uns die Rohre, durch die die Fische aus dem Wasser gesaugt werden und wo sie danach in einem der drei Becken auf dem Boot transportiert werden. Mit dem eigentlichen Begriff “Fischen” hat das in unseren Augen nicht mehr viel gemeinsam.

In Ancud, dem nördlichsten Ort auf der Insel, sehen wir am Ortsanfang ebenfalls Fischerboote. Sie haben Kabeljau gefangen. Dazu benutzen sie Schnüre, in die in regelmäßigen Abständen tote Köderfische eingehängt werden. Es gibt noch einen weiteren Hafen, dort legen die Schiffe an, die mit Muscheln und Krebsen ankommen.
Nach einer Woche verlassen wir Chiloé mit vielen neuen Eindrücken. Die Insel hat sich entgegen aller Befürchtungen nicht von ihrer regenreichen Seite gezeigt. Bis auf ein paar Stunden hatten wir durchwegs trockenes Wetter. Das ändert sich jedoch, als wir nach dem Übersetzen mit der Fähre weiter nach Puerto Montt fahren. Es ist kalt und fängt zu regnen an. Puerto Montt ist eine lebhafte Hafenstadt, in der es uns gar nicht gefällt. Ungewohnt dichter Verkehr herrscht in allen Straßen, es ist laut und hektisch. Für uns bietet die Stadt lediglich gute Versorgungsmöglichkeiten.

Chilenisches Seengebiet

Danach fahren wir weiter ins Seengebiet. Damit wird die Region von Puerto Montt bis Villarrica bezeichnet. Entlang des Lago Llanquihue, dem größten See Chiles, fahren wir mit Blick auf den Vulkan Osorno, bis wir eine Übernachtungsmöglichkeit am Seeufer finden, was gar nicht so einfach ist, denn entweder ist es bereits bebaut oder es sind schon entsprechende Parzellen ausgewiesen und abgesteckt. Einsam wird es erst wieder, als wir uns am Río Petrohue für ein paar Tage einen Platz suchen. Wie überall, gibt es auch dort Unmengen von Brombeeren und die Büsche sind voll von den dunklen, reifen Beeren.

Sonja sammelt genügend, um daraus ein paar Gläser Marmelade zu machen. Über wenig befahrene Pisten fahren wir dann weiter an den Lago Calafquén und bleiben einige Tage an dem Vulkansee mit dem schwarzen Lavastrand zum Baden. Hier waren wir bereits drei Wochen vorher schon mal gestanden. Am letzten Tag kommen auch Gretl und Aschi dazu und gemeinsam fahren wir nach Pucon, um dort im Café Patagonia mit riesigen, leckeren Tortenstücken Sonjas Geburtstag zu feiern.

Santiago de Chile

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Nach Santiago, der Hauptstadt Chiles, fahren wir in zwei Tagen auf der mautpflichtigen Autobahn Ruta 5. Schilder am Straßenrand zeigen uns dabei an, dass wir auf der berühmten Panamericana unterwegs sind. Nach den ruhigen Tagen im Süden des Landes ist Santiago mit seinen 5 – 6 Millionen Einwohnern doch gewöhnungsbedürftig. Wir kommen an einem Sonntag an, da herrscht zumindest weniger Verkehr und auf der Autobahn kommen wir ohne Probleme bis ins Stadtzentrum. Bei der deutschen Schule können wir auf dem Parkplatz übernachten, es sind noch Schulferien und die Männer erklären uns, dass erst in den kommenden Tagen Autos hier parken würden. Doch allzulange bleiben wir sowieso nicht. Die Temperaturen liegen bei 35 – 37 Grad und da haben wir wenig Lust auf Unternehmungen. Von der Schule aus erreichen wir die Innenstadt leicht zu Fuß.

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Den Hauptplatz, die Plaza de Armas sowie die sie umgebenden Sehenswürdigkeiten wie die Kathedrale und das Hauptpostamt, das von außen wie ein historisches Museum wirkt, innen jedoch hochmodern und auf dem neuesten Stand ist. Durch die Fußgängerzone gehen wir weiter zur Markthalle (mit leckerem Essen) und überqueren den Mapocho-Fluß. Am anderen Ufer ist der bunte Mercado de las Flores, wo wir das billigste Obst und Gemüse seit langem finden. Weintrauben für ca. 20 Cents das Kilo, Pfirsiche und Pflaumen (in der Größe von Tennisbällen) für 10 – 15 Cents das Kilo.

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Um neun Uhr morgens besteigen wir tags darauf den kleinen Hügel Cerro Santa Lucía. Von da haben wir eine gute Übersicht auf die Stadt, in der ganz moderne, mit Spiegelglas verkleidete Hochhäuser neben historischen Kirchen und Gebäuden stehen. Ein Spaziergang entlang der breiten Avenida Bernardo O’Higgins zeigt uns, dass der Verkehr auch erheblich dichter und lärmender sein kann, als am Sonntag Nachmittag. Ein anderer Rundgang führt uns durch das Viertel La Recoleta. Die Geschäfte hier stehen im krassen Gegensatz zu den modernen Einkaufs-Galerien. Es handelt sich meistens um kleine Geschäfte, wo sich diejenigen Leute mit Plastikschmuck und Billig-Klamotten eindecken, die sich einen Einkaufsbummel in der Innenstadt nicht leisten können.

Von Santiago aus machen wir noch einen kurzen Abstecher an die Küste und bleiben für ein paar Tage in Algarrobo, einem kleinen Badeort. Dann fahren wir nach Argentinien und zwar auf dem ganzjährig geöffneten Paso los Libertadores. Die Straße windet sich in Dutzenden von Serpentinen bergauf bis zur chilenischen Grenzstation auf 2900 m üNN.

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