Weltreise Etappe Skandinavien

Wir reisen in der Nähe von Idre wieder nach Schweden ein.

Das Gebiet bietet im Winter alle Arten von Wintersport und ist sehr beliebt. Jetzt im Sommer dagegen sind vor allem die zahlreichen Flüsse und Seen der Anziehungspunkt für Aktivitäten. Der Fluss Österdalälv zum Beispiel ist ideal für mehrtägige Paddeltouren. Auch wir wollen endlich mal wieder unser Kajak auspacken.

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Entlang des Flusses gibt es viele, sehr einfach ausgestattete Campingplätze im Wald. Wir suchen uns einen Platz direkt am Wasser, sozusagen mit eigenem Strand, von dem aus wir leicht los paddeln können.

Weltreise Etappe Skandinavien
Weltreise Etappe Skandinavien - Sonja Nertinger

Das Aufbauen des Kajaks geht inzwischen recht flott und knapp eine Stunde später sind wir schon unterwegs. Der Österdalälv gleicht in diesem Abschnitt mehr einem lang gezogenen See, weil er weiter südlich aufgestaut wird. Und die Strömung ist so unwesentlich, dass wir leicht stromaufwärts rudern können. Mehrere Inseln im Fluss sowie eine große Brücke, auf der die Straße den Fluss überquert, bieten viel Abwechslung für uns, wenn wir stundenlang unterwegs sind.

Nur mit dem Angeln klappt es nicht. Klaus hat sich eine mehrtägige Lizenz gekauft und versucht sein Glück sowohl vom Kajak als auch vom Ufer aus – doch die Fische beißen nicht an. Sonja dagegen ist bei der Nahrungsbeschaffung wesentlich erfolgreicher. Im Wald gibt es zahllose Blaubeeren und die werden von ihr zu Blaubeer-Muffins und Blaubeer-Grütze verarbeitet.

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Die Straße Nr. 70 führt mitten durch die Region Dalarna, eine waldreiche und hügelige Gegend. Vor allem das Gebiet um den Siljansee vermittelt dabei die Landschaft, die man traditionell mit Schweden in Verbindung bringt.

Als wir durch die kleinen Orte fahren mit ihren großen Hofanlagen und den rot gestrichenen Häusern fühlen wir uns wie in einem riesigen Museum. Leider lässt uns das Wetter auch hier im Stich – auch wenn wir uns dadurch zum x-ten Mal wiederholen. Entweder regnet es oder die Wolken hängen tief und dunkel über der Landschaft.

Deshalb fahren wir ohne große Unterbrechung bis Stockholm durch. Wir gehen dort nicht auf einen Campingplatz, sondern einen kostenpflichtigen Parkplatz am Ende der Insel Djurgarden. Eine schöne Alternative zum Übernachten, denn hier kann man sich nach den Stadtbesichtigungen gut erholen und gut am Wasser spazieren gehen. Außerdem ist die Bushaltestelle nur wenige Meter entfernt und in 20 – 30 Minuten ist man in der Innenstadt.

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Wir bleiben mehrere Tage in Stockholm, denn die Stadt hat uns schon bei unserer ersten Skandinavienreise sehr gut gefallen.

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Weltreise Etappe Skandinavien

Natürlich schauen wir auch dieses Mal erneut die Wachablösung am Königlichen Schloss an, die mittags mit viel Pomp und einer berittenen Musikkapelle stattfindet.

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Daneben streifen wir durch die engen Gassen der Altstadt Gamla Stan, steigen den Stadthausturm hinauf und fahren mit der Fähre über einen der Kanäle.

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Und einen Regentag nutzen wir zu einem Bummel durch die traditionsreichen Kaufhäuser Åhlens und NK (Nordiska Kompaniet) sowie das moderne Gallerian.

Unser nächstes Ziel ist die Insel Öland im Süden Schwedens. Die Fahrt dahin geht – wie meistens in Schweden – stundenlang durch endlos scheinende Wälder und wenn man sehr viel Glück hat, sieht man hier auch mal einen Elch.

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Die Ölandbrücke war lange Zeit die längste Brücke Europas. Diesen Status hat sie durch die Eröffnung der Öresundbrücke, die Dänemark und Schweden miteinander verbindet, am 1. Juli 2000 verloren. Sie bleibt mit 6072 m allerdings weiterhin die längste Brücke Schwedens.

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Die Insel Öland hat eine jahrtausende lange Besiedlung aufzuweisen. Äußerst interessante Hinterlassenschaften sind dabei zum Beispiel Hügelgräber aus der Bronzezeit, die 2000 Jahre alt sind. Außerdem gibt es ein paar sogenannte Schiffssetzungen. Bootförmig angeordnete Steine markieren hier ein Grab.

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Eine weitere Besonderheit auf Öland sind die zahlreichen Windmühlen. Im 19. Jahrhundert sollen es an die 2000 Stück gewesen sein.

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Die Mühlen waren für den jeweiligen Eigenbedarf einer Hofstelle gedacht. Die heutigen Mühlen stehen größtenteils vereinzelt auf der Insel, nur an manchen Stellen gibt es noch Gruppen von WIndmühlen.

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Wir fahren in den Süden der Insel, zur Steppen-Landschaft Stora Alvaret, die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Bäume und Wald – charakteristisch für den Norden der Insel – hatten wir in den letzten Wochen genug gesehen. Deshalb waren wir daran nicht interessiert.

Hier im Süden steht der Leuchtturm Langer Jan, mit 42 m Schwedens höchster Leuchtturm. Wir steigen die 196 Stufen hoch und haben einen fantastischen Ausblick. Entlang der Südspitze ist ein wahres Vogelparadies und von oben können wir hunderte von Schwänen und Kormoranen sehen, die sich hier niedergelassen haben. Dazwischen liegen Robben auf kleinen Felsen im seichten Wasser. Außerdem sehen wir riesige Gänseschwärme. Es ist die Zeit des Vogelzugs und dutzende von Ornithologen stehen – bewaffnet mit starken Fernrohren – aufgereiht am Strand, um die Gänse zu beobachten.

Die Tage auf Öland sind der Abschluss unserer Skandinavienreise.

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Weltreise Etappe Skandinavien

Von Malmö aus nehmen wir eine Fähre und setzen über nach Travemünde. Die Überfahrt dauert nur knapp 9 Stunden und weil wir schon in den Nachsaison-Tarif fallen, zahlen wir für den Unimog samt 2 Personen lediglich 64 Euro.

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Bevor wir nach Hause fahren, legen wir noch einen Stopp in Berlin ein – siehe Deutschland.

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