Weltreise Etappe Nahost-Arabien – Vorschau – Oman

Als wir durch die Oasenstadt Al Ain fahren, sehen wir lange Autokolonnen an den Grenzübergängen in den Oman. Wir gehen jedoch nicht direkt in Al Ain über die Grenze, sondern fahren über den etwas weiter südlich gelegenen Grenzort Mazyad.

Hier sind wir, wieder mal, die einzigen Touristen. Außer uns stehen nur ein paar omanische und emiratische Fahrzeuge im Zollhof. Es ist so gut wie nichts los und innerhalb einer Stunde sind sowohl Ausreise aus den Emiraten als auch Einreise in den Oman ohne Probleme erledigt. Nach einigen Tagen in der Großstadt Dubai genießen wir nun wieder das freie Campen.

Weltreise Etappe Nahost-Arabien
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Schon seit längerem wollen wir den Unimog waschen lassen und in Ibri ergibt sich endlich mal eine Gelegenheit dazu. Außerdem lassen wir dort auch gleich eine Tönungsfolie an den Seitenscheiben anbringen, die uns vor der grellen Sonne schützt.

Weltreise Etappe Nahost-Arabien
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Am nächsten Tag sind wir in der Oasenstadt Nizwa. Der Ort ist bekannt für seinen Tiermarkt und den wollen wir ebenfalls besuchen. Jeden Freitag morgen kommen die Beduinen zusammen, um dort Tiere zu kaufen bzw. zu verkaufen.

Weltreise Etappe Nahost-Arabien - Klaus Schier
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Außerdem gibt es in Nizwa ein gut restauriertes Fort, von dessen Turm wir eine gute Übersicht auf die Stadt und die Moschee haben.

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Bevor wir weiterfahren, finden wir im Industriegebiet von Nizwa eine Möglichkeit, den Ölwechsel am Unimog selbst zu machen. Das passende Motoröl dazu haben wir uns bereits in Dubai  besorgt. Es ist ein hochwertiges Öl der Marke TOTAL, hergestellt in Frankreich. Zu unserem Erstaunen kostet es nur einen Bruchteil dessen, was wir in Deutschland bezahlt hätten. Ein 5 Liter Kanister kostet lediglich 8,50 Euro, anstatt 25 Euro in Deutschland. Somit ist es sicher, dass wir uns in Dubai mit mehreren Kanistern eindecken werden.

Weltreise Etappe Nahost-Arabien - Klaus Schier

Von Nizwa aus nehmen wir direkt die Straße in den Süden. Sie ist gut ausgebaut und es herrscht relativ wenig Verkehr. Die Temperaturen steigen tagsüber auf 30 – 40 Grad und wir sind froh über die neue Sonnenschutzfolie. Sie hält tatsächlich einiges ab. Kein Wunder, dass so ziemlich alle einheimischen Fahrzeuge damit ausgestattet sind.

Die Fahrt geht durch eine dünn besiedelte Wüste und ist sehr eintönig. Links und rechts ist nur platte Landschaft ohne Hügel oder sonstige Erhebungen. Zum Übernachten fahren wir einfach irgendwo auf eine Piste, die in die Landschaft führt.

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Immer wieder warnen Schilder vor Sandverwehungen. Als wir dann im Süden am Rande der Wüste Rub al-Khali entlang fahren, wird der Wind, der schon den ganzen Vormittag wehte, immer stärker und wir fahren direkt in einen Sandsturm hinein.

Weltreise Etappe Nahost-Arabien
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Die Sicht wird immer schlechter, beträgt oft nur 100 – 200 m.

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Auf einer Länge von 250 Kilometern durchfahren wir den Sandsturm, bis kurz vor Thumrait die Sicht wieder besser wird. Der Wind lässt zwar noch nicht nach, aber immerhin wird kein Sand mehr aufgewirbelt.

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Wir durchfahren das Jebel Qara-Gebirge. Die Passhöhe geht hinauf auf knapp 900 m und bei der Fahrt hinunter ans Meer sehen wir schon von weitem die Stadt Salalah. In der Stadt und der näheren Umgebung wollen wir ein paar Tage bleiben.

Weltreise Etappe Nahost-Arabien
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Westlich der Stadt finden wir an einem Strand einen guten Übernachtungsplatz. Und bei einer kleinen Moschee können wir gleich noch Wasser auffüllen.

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Hier im Süden des Omans gibt es die berühmten Weihrauchbäume und in einem ausgetrockneten Flussbett sehen wir dann mehrere Exemplare.

Weltreise Etappe Nahost-Arabien
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Weihrauch ist schon seit Menschengedenken ein äußerst wertvolles Baumharz und wurde früher sogar mit Gold aufgewogen. In der Antike entstanden die Weihrauchstraßen. Auf diesen Handelswegen kam das Harz bis nach Ägypten, Griechenland und Italien, in andere arabische Länder und später auch nach Indien. Obwohl heute dem Weihrauchhandel keine so große Bedeutung mehr zukommt, ist Weihrauch in arabischen Ländern immer noch äußerst beliebt.

Weltreise Etappe Nahost-Arabien
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Zurück in Salalah finden wir einen schönen Stellplatz für die kommenden Tage an der Strandpromenade. Von dort aus können wir zu Fuß die Altstadt erkunden.

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Die Stadt hat ein ausgesprochen tropisches Klima, die Temperaturen klettern tagsüber auf 30 – 40 Grad und nachts kühlt es nur auf 23 – 25 Grad ab. Die Einheimischen bleiben deshalb Nachmittags in ihren Häusern, man sieht kaum jemanden auf der Straße. Erst so ab halb fünf Uhr kommt wieder Leben in die Stadt. An den Strandrestaurants werden dann Stühle und Tische aufgestellt und vor allem die Männer versammeln sich zum Tee trinken. Wir passen uns den Gewohnheiten an, verbringen die heißen Stunden im Schatten und gehen erst am Spätnachmittag aus. Und im Souk mit den Weihrauchständen wird es erst am Abend richtig schön, wenn die Beleuchtung eingeschaltet ist.

Weltreise Etappe Nahost-Arabien
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Die meisten der kleinen Weihrauch-Geschäfte werden von omanischen Frauen betrieben. Traditionell in ihre schwarzen Abayas gekleidet und mit Gesichtsschleiern sitzen sie zwischen Weihrauch, Duftstoffen und Brennern. Geschäftstüchtig verkaufen sie nicht nur ihre  Waren. Man darf sie auch fotografieren – wenn man sich erst mal mit ihnen unterhält und ihnen eine Kleinigkeit abkauft.

Weltreise Etappe Nahost-Arabien
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Neben Weihrauch gibt es in dem Souk-Viertel das übliche Warenangebot an Kleidung, Schals und Haushaltswaren. Außerdem Dutzende von winzigen Läden, in denen die einheimischen Männer die traditionelle Kappe – Kumma – mit unzähligen unterschiedlichen Stickereien darauf kaufen können. Die Stickereien werden entweder mit der Nähmaschine oder per Hand gemacht. Handarbeit treibt natürlich den Preis in die Höhe und umgerechnet 50 Euro und mehr sind da leicht drin.

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Am Stadtrand von Salalah gibt es einen wunderschönen Strand mit Palmen, dort treffen wir unsere Bekannten Bärbel und Bernd wieder und verbringen ein paar angenehme Tage. Gleich hinter dem Strand ist eine kleine Lagune und dort sehen wir jeden Tag Flamingos.

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Für die Rückfahrt in den Nord-Oman nehmen wir die Strecke entlang der Küste. Wobei der Straßenverlauf oft soweit im Land ist, dass wir das Meer nicht mal sehen. Dabei kommen wir dann auch durch Erdölfelder, wo die großen Pferdekopfpumpen stehen.

Weltreise Etappe Nahost-Arabien
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Die Umgebung ist wenig abwechslungsreich. Wir durchqueren auf langen Strecken hauptsächlich flache Landschaft mit Geröllwüste, mal ein paar Hügeln oder Sanddünen, aber ansonsten gibt es nur wenig zu sehen.

Weltreise Etappe Nahost-Arabien - Klaus Schier
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Zum Übernachten fahren wir an unterschiedliche Strände und dabei sehen wir ein ganz anderes omanisches Leben. Hier leben die Leute oft noch in kleinen Holzhütten mit Planendach – und Satellitenschüssel. 

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Als wir nach Sur kommen, wundern wir uns über die große Menschenmenge, die sich rund um die Brücke an der Lagune versammelt hat. Auf der Brücke selbst ist ein großes Banner mit der Aufschrift “Start”. Dort erfahren wir, dass mittags hier das Radrennen “Tour of Oman” beginnt. Mit am Start sind viele Rennfahrer aus verschiedenen europäischen Ländern. Später erfahren wir, dass ein Niederländer gewonnen hat.

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Doch bevor es losgeht, kommen noch mehrere Männergruppen, spielen traditionelle einheimische Musik und tanzen dazu.

Weltreise Etappe Nahost-Arabien
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In Sur gibt es noch eine Dhau-Werft. Sie liegt direkt an der Lagune und dort sehen wir schon von außen noch ein paar alte Holzboote liegen.

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In der Werft werden gerade zwei Dhaus gebaut. Der Besitzer ist ein Omani, doch die insgesamt 25 Männer, die dort arbeiten, kommen alle aus Indien.

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Je näher wir der Hauptstadt Muskat kommen, desto abwechslungsreicher wird die Landschaft und wir nähern uns endlich den Bergen.

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In Muskat findet gerade das Muskat Festival statt. Neben vielen Rahmen-Veranstaltungen wie Radrennen, Modeschauen oder Segelregatta sind die Hauptaktivitäten im Qurum-Park. Ab dem späten Nachmittag sind auf vielen Bühnen Aufführungen unterschiedlicher Folkloregruppen und Akrobaten. In einem Heritage-Village wird das frühere Leben der omanischen Beduinen dargestellt mit altem Handwerk.

Weltreise Etappe Nahost-Arabien
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Außerdem tanzen dort jeden Abend verschiedene omanische Gruppen – Männer wie Frauen – in traditioneller Kleidung zu omanischer Musik.

Weltreise Etappe Nahost-Arabien
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Das Festival ist sehr beliebt bei der einheimischen Bevölkerung, der Park füllt sich jeden Abend mit tausenden von Zuschauern. Außerdem wird darüber landesweit im Fernsehen berichtet.

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Der Höhepunkt eines jeden Abends findet an dem kleinen See im Park statt. Pünktlich um 20.30 Uhr werden ringsum die Lichter gelöscht und dann zieht ein so genannter “Carnival”-Umzug eine halbe Stunde um den See. Zwischen beleuchteten Fahrzeugen tanzen verkleidete und mit Leuchtbändern ausgestattete Teilnehmer zu lauter Musik. Das Ganze hat tatsächlich Ähnlichkeit mit einem Faschingsumzug.

Weltreise Etappe Nahost-Arabien
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Dem Umzug folgt dann eine weitere halbe Stunde ein Spektakel aus Musik, Lasershow, farbig angestrahlten Wasserfontänen und zum Schluss ein gigantisches Feuerwerk. So etwas haben wir noch nie gesehen, das Ganze ist einfach nur überwältigend. Wir gehen gleich mehrmals auf das Festival und sind jeden Abends aufs Neue von dieser Show begeistert. Vor allem Sonja freut sich darüber, denn sie hat Geburtstag und so spektakulär hat sie noch nie gefeiert.

Eine wichtige Sehenswürdigkeit in Muskat ist die Sultan Qaboos Grand Mosque. Sie ist eine der wenigen Moscheen im Oman, die auch für Nicht-Muslime zugänglich ist. Sie ist die größte Moschee des Landes, 2001 fertig gestellt und von Sultan Qaboos persönlich eröffnet worden.

Weltreise Etappe Nahost-Arabien
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Die Moschee wartet mit ein paar spektakulären Zahlen auf: Der Swarowski-Kristalleuchter wiegt 8 Tonnen, der 60 x 70 Meter große Teppich sogar 21 Tonnen. Über 6000 Gläubige können im Inneren beten, zusätzlich noch einmal 14.000 auf dem Gebetsplatz im Hof.

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Obwohl wir auf der Reise ja schon einige tolle Sachen gesehen haben, ist das Innere der Moschee eine Überraschung. Während Klaus am Eingang noch ein paar Fotos macht, stellen wir fest, dass es wirklich jedem, der durch das Tor eintritt, beim Anblick des Innenraums mit der riesigen Kuppel und dem Leuchter erst mal die Sprache verschlägt. Diese Pracht erwartet man nicht, weil das Äußere doch eher schlicht gehalten ist.

Wenn man heute von Muscat spricht, so bezieht sich das nicht allein auf die ursprüngliche Hauptstadt, sondern umfasst inzwischen vielmehr eine ganze Region unterschiedlicher Orte bzw. Stadtteile.

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Dabei ist die Altstadt Muscat noch der kleinste Teil. Hier steht auch der Regierungspalast des Sultans – gebaut in einem sehr eigenwilligen Stil.

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Sehr schön ist eine Fahrt von der Altstadt Muscat entlang der Uferpromenade zur anschließenden Stadt Mutrah. Auffällig ist hier vor allem die Skulptur eines Weihrauchbrenners auf einem kleinen Hügel.

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Im Stadtteil Mutrah befindet sich der größte Souk des Landes. Märkte interessieren uns immer und so bummeln wir durch die schmalen, kleinen Gassen. Es ist einiges los, denn im Hafen liegen gleich zwei große Kreuzfahrtschiffe und ein Großteil der Passagiere bevölkert ebenfalls den Souk.

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Im Laufe des Vormittags wird es so voll, dass wir uns lieber wieder zurück ziehen und an einen Strand fahren. Nur 10 Kilometer außerhalb gibt es eine kleine Bucht mit schönem Sandstrand, wo wir ein paar Tage bleiben. Der Strand ist sehr beliebt und am Wochenende lassen sich die Einheimischen von hier aus zu kleinen, vorgelagerten Inseln fahren.

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Danach fahren wir noch einmal in Richtung Süden. Wir wollen zwei Abstecher machen, einmal zu einem Wadi mit Badebecken, zum anderen zu Sanddünen.

Zuerst fahren wir in das Wadi Bani Khalid. Auf einer Teerstraße geht es ca. 30 Kilometer in die Berge hinein. Das Wadi (= trockenes Flussbett) mit einem Dorf liegt tief eingeschnitten und wird links und rechts von hohen Felswänden begrenzt. Die Straße endet an einem Parkplatz, von wo aus man nur zu Fuß weiter kommt. Wir folgen dem Weg und kommen zu kleinen und größeren Badebecken, für die das Tal bekannt ist. Da es bereits später Nachmittag ist und ein Großteil bereits im Schatten liegt, verschieben wir das Badevergnügen auf morgen, setzen uns stattdessen ins Restaurant und trinken Tee.

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Aufgrund der hohen Felswände dauert es bis in den späten Vormittag, bis endlich das schmale Tal in der Sonne liegt. Wir machen Spaziergänge durch die Dattelplantagen und steigen auf den schmalen Wegen herum. Nachmittags gehen wir dann zu einem etwas weiter entfernt liegenden Badeplatz, wo nichts los ist. Hier durchschwimmen wir eine schmale kurze Schlucht mit überhängenden Felsen.

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Weltreise Etappe Nahost-Arabien - Klaus Schier

Das Wasser ist so klar, dass wir die ganzen kleinen Fische sehen können, die sich darin tummeln. Es ist außerdem so warm, dass man es lange darin aushält. Das hier ist auf jeden Fall mal ein ganz anderes Badevergnügen.

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Am nächsten Tag fahren wir dann weiter zu den Wahiba Sand-Dünen. Hier gibt es mehrere Möglichkeiten zum Hineinfahren. Wir schauen uns zuerst ein kleines Oasendorf an, das an drei Seiten von Sand umgeben ist und fahren anschließend auf einer Sandpiste direkt in das Dünengebiet.

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Hier übernachten wir auch und genießen die Stille in der Wüste.

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Unser nächstes Ziel ist der völlige Gegensatz. Wir fahren auf den Jebel Akhdar hinauf, den “grünen” Berg. Dieser Name kommt von den dortigen Terrassenfeldern, auf denen die Bergbewohner ihre kleinen Felder angelegt haben. Die Teerstraße führt kurvenreich und steil auf ein Plateau hinauf und darf nur mit Allradfahrzeugen befahren werden. Das steht an der Zufahrt bereits auf großen Schildern und an einem Kontrollposten wird vom Militär auch jedes Fahrzeug kontrolliert. Die Straße ist gut ausgebaut. Es sind immer wieder Aussichtspunkte eingerichtet, von denen man unterschiedliche Blicke in das Tal hätte – leider ist es sehr dunstig und so können wir nur wenig sehen. Auf dem Plateau angekommen sind wir auf 1900 m. Zum Übernachten fahren wir zum so genannten “Dianas View Point”. An diesem Aussichtspunkt soll schon Lady Diana gestanden haben. Von hier oben haben wir jedenfalls eine gute Sicht auf kleine Bergdörfer, Terrassenfelder und Gebirgszüge.

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Tagsüber ist es sonnig und warm, nur nachts fallen die Temperaturen auf 13 Grad. Für uns völlig ungewohnt, weil wir es seit Wochen nur heiß haben und es selbst nachts kaum abgekühlt hat.

Unsere Hoffnung, zwei Tage später vielleicht bei der Abfahrt mehr zu sehen, erfüllt sich nicht. Auch dieses Mal ist es auf die Entfernung sehr dunstig und wir können die im Tal liegenden Orte nur schwer erkennen.

Weltreise Etappe Nahost-Arabien
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Der Weg zum Berg Jebel Shams, wo wir danach hin wollen, führt über Nizwa. Und weil es genau passt, schauen wir uns gleich noch einmal am Freitag den Tiermarkt an. Es sind viel mehr Einheimische da als bei unserem ersten Besuch. Der Handel geht auch bereits früher los und der kleine Platz ist gedrängt voll mit Menschen und Tieren.

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Endlich sehen wir auch mal einen Mann, der Dattelsamen verkauft. In der dicken Schale befinden sich mehrere Stränge des sehr begehrten Samens und innerhalb kürzester Zeit hat er alle Blätter verkauft. Jede Dattelpalme in den Oasengärten wird per Hand bestäubt. Wir haben das bereits mehrmals gesehen, eine sehr mühselige Arbeit. Denn ein Mann muss dazu jede Palme besteigen und den Samen aufbringen.

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Am Spätnachmittag bummeln wir ein letztes Mal durch den Souk. Außerhalb des Bereiches mit den Souvenirständen gibt es immer noch die traditionellen kleinen Verkaufsstände mit Haushaltsbedarf.

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Auf dem Markt und im Supermarkt machen wir dann noch einen Großeinkauf, bevor wir zum Jebel Shams fahren. Der Jebel Shams ist mit 3009 m der höchste Berg des Oman und die Straße bzw. Piste führt natürlich nicht direkt hinauf. Man erreicht jedoch mehrere Camps, von denen aus die Besteigung des Berges möglich ist. Auf der Spitze des Berges ist eine Radarstation und so ist er leicht zu erkennen.

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Die Zufahrt auf den Berg beginnt auf einer Teerstraße entlang des Wadi Ghul. Die Straße führt teilweise in steilen Serpentinen bergauf und die Aussicht auf die Berge ist beeindruckend. Diese Fahrt gefällt uns viel besser als auf den Jebel Akhdar. Nach 28 Kilometern endet der Asphalt, es kommen einige Kilometer Piste und dann, völlig überraschend, wieder ein Stück Teerstraße. Die letzten drei Kilometer, bevor die Straße in einem winzigen Dorf zu Ende ist, sind dann wieder Piste. Die erste Nacht verbringen wir hier nicht alleine, andere Reisende, die wir unterwegs bereits mehrmals getroffen haben, stehen auch schon hier. Wir sind jetzt auf 1970 m und uns steht eine kalte Nacht bevor. Das tags zuvor schöne Wetter ist über Nacht verschwunden, die Temperatur fällt auf 10 Grad und am Abend regnet es sogar. Uns bleibt nichts anderes übrig, als das schlechte Wetter einen Tag lang auszusitzen, denn wir wollen gerne eine Wanderung machen.

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Als es tags darauf gegen Mittag endlich etwas besser wird, gehen wir los. Es gibt eine Wanderung auf einem schmalen Pfad im Canyon, die an einem verlassenen Dorf endet. Der Weg selbst ist nicht sehr anstrengend, aber  interessant. Auf der einen Seite hat man die Felswand, auf der anderen geht es 1000 m in die Tiefe. Wir haben spektakuläre Einblicke in den so genannten “Grand Canyon des Wadi an Nakhur” und bis in den Talgrund, wo wir die Straße erkennen, auf der wir in das Wadi Ghul hinein gefahren sind.

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Damit geht unsere Zeit in den Hajar-Bergen zu Ende, wir machen uns auf den Weg in Richtung Grenze. Ein letzter Abstecher bringt uns zum Palast von Jabrin. Er ist bereits von weitem zu erkennen und eher wie ein befestigtes Fort ausgebaut, obwohl er eigentlich als Wohnpalast geplant war.

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Wir erwischen am Nachmittag zufälligerweise einen guten Zeitpunkt, an dem gerade nur wenige Touristengruppen da sind. So können wir in aller Ruhe den verwinkelten und verschachtelten Palast besichtigen. Wir steigen treppauf, treppab, erkunden jeden Raum, bestaunen die schön bemalten Holzdecken und haben einen herrlichen Panoramablick von den obersten Terrassen.

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Von den hier angestellten Männern wird uns angeboten, dass wir problemlos auf dem Parkplatz übernachten können. Das Angebot nehmen wir gerne an. Als die Besuchszeit vorbei ist und alle Besuchergruppen verschwunden sind, wird es in dem Oasengarten ruhig und wir verbringen eine ungestörte Nacht.

Am nächsten Tag fahren wir nach Ibri, wo wir bei unserer Ankunft im Oman den Unimog waschen ließen. Als wir dort wieder auftauchen, winken die jungen Männer schon und erneut schrubben sie eine Stunde lang, bis der Unimog wieder glänzt. Danach gibt es ein letztes Mittagessen und wir fahren zur Grenze. Wir nehmen den selben Grenzübergang wie bei der Einreise und wieder ist wenig los. Die Ausreise dauert nur solange, bis wir einen Stempel im Pass und 5 omanische Rial Ausreisegebühr für das Fahrzeug bezahlt haben. Danach dürfen wir in die Vereinigten Arabischen Emirate weiter fahren.

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