Landkarte Honduras

Am Grenzübergang sitzen die Beamten der Migracion von Nicaragua und Honduras direkt nebeneinander. Wir müssen nur die Pässe jeweils durch eine andere Öffnung der Glasscheibe schieben.

Seit wir im April nach Südamerika geflogen und die Reise fortgesetzt haben, ist Honduras bereits das 9. Land, in das wir einreisen. Das Ausfüllen der Einreisepapiere ist wirklich Routine und unsere Passnummern wissen wir auch längst auswendig.

Weltreise Etappe Mittelamerika - Sonja Nertinger

Für die Erledigung der Zollangelegenheiten bieten sich gleich mehrere junge Männer – ziemlich penetrant – als Helfer an. Doch wir erkundigen uns erst einmal bei den Zöllnern, ob wir überhaupt einen brauchen. Das läge an uns, wird uns erklärt, und so fangen wir erst mal ohne die Hilfe der Jungs an. Viel gibt es dann auch nicht zu tun. Eine Beamtin füllt mal wieder ein entsprechendes Dokument aus, wir machen die erforderlichen Kopien und bezahlen. Die Fahrgestellnummer sowie das Kennzeichen werden kontrolliert, ins Innere des Fahrzeugs will niemand. Was da einer der Helfer zu tun gehabt hätte, ist uns ein Rätsel.

Die Straße führt weiter durch die Berge. Die Landschaft ist geprägt von Nadelbäumen, ein ganz ungewöhnlicher Anblick nach der langen Zeit, die wir an Dschungel gewohnt waren. Der Verkehr ist fast noch weniger als in Nicaragua. Über Land sind kaum Privatautos unterwegs. Das ändert sich erst als wir die ersten Ausläufer der Hauptstadt Tegucigalpa erreichen. Wenigstens müssen wir nicht weit hinein fahren. Es gibt eine gut ausgebaute und vor allem gut beschilderte mehrspurige Straße, die nur die Randgebiete streift. Von dem “Charme der Kolonialarchitektur aus rosarotem Sandstein” (wie es so schön in unserem Reiseführer heißt) ist hier allerdings nichts zu spüren. Wir sehen nur, dass sich auf allen Hügeln und Berghängen kleine Häuser hinziehen und die Stadt in alle Richtungen ausufert. Rechter Hand passieren wir einen Golfplatz, auf dessen wunderschön gepflegtem grünen Rasen gut gekleidete Männer die Golfschläger schwingen, während sich gleichzeitig auf der linken Straßenseite die Wellblechhütten dicht an dicht drängen. Größer könnte der Gegensatz wirklich nicht sein. Uns steht der Sinn nicht nach weiteren Stadtbesuchen, wir fahren lieber weiter zum größten Binnensee des Landes, den Lago Yojoa an.

Wo die Straße direkt am See entlang geht, reihen sich unzählige keine Restaurants aneinander und bieten Fisch aus dem See an.

Weltreise Etappe Mittelamerika
Weltreise Etappe Mittelamerika - Sonja Nertinger

Passenderweise erreichen wir sie mittags und deshalb probieren wir den Fisch gleich aus. Er wird mit frittierten Bananenscheiben serviert, die im Geschmack aber eher an Pommes frites erinnern. Und als Beilage gibt es scharf eingelegte Zwiebeln und Krautsalat. Eine ungewöhnliche, aber leckere Kombination.

Die größte Sehenswürdigkeit von Honduras sind die Ruinen von Copán. Copán war eine der wichtigsten Städte der Maya, bevor die Anlage irgendwann im 9. Jhr. n. Chr. aufgegeben wurde.

Entdeckt wurden die Ruinen vom Amerikaner John L. Stephens, der sie zusammen mit dem Zeichner Frederik Catherwood 1841 erstmals besuchte. Seit 1980 stehen sie unter dem Schutz der UNESCO und gehören zum Weltkulturerbe.

Das Gelände ist in mehrere Bereiche aufgeteilt. Es gibt den so genannten großen Platz, auf dem sich mehrere Stelen und Altäre befinden, daneben ist der Ballspielplatz. Daran anschließend treffen wir auf die Hieroglyphentreppe, die jedoch durch Verwitterung und Erdbeben ziemlich gelitten hat. Zu ihrem Schutz ist sie komplett von einer Plane abgedeckt. Auch einige Stelen haben ein kleines Schutzdach, andere dagegen sind durch Nachbildungen ersetzt worden und die Originale stehen im Museum.

Wir klettern hinauf zur Akropolis, gehen weiter zum Ostplatz und hinüber zum Westplatz. Immer wieder sehen wir einige gut erhaltene Verzierungen bzw. Hieroglyphen an den Wänden. Sehr schön – wenn auch nur Nachbildungen – sind ein Kopf, der einen alten Mann zeigt sowie der berühmte Altar Q, auf dem alle 16 Herrscher der Dynastie von Copán dargestellt sind.

Weltreise Etappe Mittelamerika

Vom Ort Copán Ruinas sind es gerade mal 12 Kilometer bis zur Grenze nach Guatemala.

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