
Der Entschluss, für ein paar Wochen ins südliche Afrika zu fliegen, kommt ziemlich spontan. Die Reisezeit ist nicht so ideal für Reisen mit einem Dachzelt, weil wir stets mit Regen rechnen müssen. Deshalb legen wir uns auch nicht auf eine Route fest. Lediglich in den Kruger-Park in Südafrika wollen wir auf jeden Fall. Nachdem wir unseren Toyota Land Cruiser eingerichtet haben und einkaufen waren, geht es auf der für uns üblichen und kürzesten Route von Windhoek aus an die Grenze nach Botswana.

In gemütlichen Tagesetappen durchqueren wir Botswana und reisen in Südafrika ein.




Es geht direkt weiter nach Phalaborwa, denn der dortige Campingplatz ist ideal für alle Erledigungen, bevor wir für ein paar Wochen in den Nationalpark fahren. Wir können zu Fuß zum Eingangstor gehen und alles für den geplanten Aufenthalt organisieren. Momentan ist keine Ferienzeit in Südafrika und auf dem Camping ist wenig los. Wir erholen uns erst einmal von den letzten Fahrtagen, bevor wir in den Nationalpark fahren. Im Kruger-Park haben wir anfangs zwei Campingplätze. Erst Satara, dann Skukuza.




Das Wetter ist noch gut, aber die Aussichten zeigen Regen. Deshalb buchen wir im Pretoriuskop Rest Camp eine feste Hütte.


Leider bewahrheitet sich die Wettervorhersage, denn zwei Tage lang regnet es fast ununterbrochen durch. Wir machen zwar zwischendurch mal eine kurze Rundfahrt, aber irgendwie ist es den Tieren wohl auch zu nass und wir bekommen kaum welche zu sehen.


Das ändert sich wieder, als die Regentage vorbei und wir wieder unterwegs sind.


Direkt neben der Piste liegt ein Löwenrudel und danach sehen wir täglich mindestens einen Leoparden zusätzlich zu den üblichen Tiersichtungen: Elefanten, Büffel, Zebras, Springböcke, Giraffen, Gnus, Flusspferde, Strauße, Geier und sonstige Vögel.




Wir sind zum ersten Mal im Berg-en-Dal Camp und es gefällt uns gut.


Man kann hier auch mal einen längeren Spaziergang auf einem markierten Weg innerhalb des Camps machen und natürlich gibt es auch hier einen Pool. Das Camp liegt im Süden des Parks und für die Weiterfahrt verlassen wir ihn über das Malelane Gate. Zur Grenze nach Eswatini sind es knapp 50 Kilometer. Wir sind sowohl bei der Ausreise aus Südafrika als auch der Einreise nach Eswatini die einzigen Touristen. Entsprechend schnell ist die Grenzabfertigung auf beiden Seiten und bereits nach 20 Minuten sind wir zum ersten Mal im kleinsten Königreich Afrikas unterwegs. Von 1968 bis 2018 führte das Land den englischen Namen „Swaziland“. Im Zuge der Feier zum 50. Jahrestag der Unabhängigkeit von Großbritannien entschied dann der König, dass das Land wieder seinen ursprünglichen Namen bekommen soll und seitdem heißt es offiziell „Königreich Eswatini“. Doch es kommt schon vor, dass man weiterhin der Bezeichnung „Swaziland“ begegnet, wie zum Beispiel hier an der Grenze.


Kurz vor Mittag sehen wir ein Hinweisschild auf Wasserfälle und beschließen, dass das der richtige Ort wäre für eine Pause.


Von einer kleinen Lodge aus führen gut markierte Wanderwege durch üppigen Wald.

Wir folgen ihnen, bis wir die Wasserläufe erreichen, die sich über Felsen hinunterstürzen. Ein wirklich lohnenswerter Ausflug. Unser eigentliches Ziel für diesen Tag ist jedoch der Stausee Maguga-Damm, wo es einen schön gelegenen Campingplatz gibt.


Die Aussicht auf den See ist toll, das Wetter traumhaft. Leider können wir uns nicht lange darüber freuen. Die Wetterprognose besagt Regen und so nehmen wir uns erneut ein Zimmer in einer kleinen Lodge als wir in Lobamba ankommen.


Lobamba ist nicht die Hauptstadt Eswatinis, aber der Regierungssitz. Hier befinden sich das Parlament, das Königliche Dorf mit dem Palast sowie die Residenz der Königinmutter, die stellvertretendes Oberhaupt des Landes ist. Es regnet zwei Tage lang in Verbindung mit teils sehr heftigen Gewittern. Wenigstens gibt es nicht weit entfernt einen großen Supermarkt, in dem wir uns versorgen können.


Als es endlich wieder besser wird, besuchen wir noch das Nationalmuseum, bevor wir Eswatini wieder verlassen.


Die Fahrt zur Grenze ist schön, es geht durch ausgedehnte Latschenkiefer-Plantagen und dazwischen haben wir weite Ausblicke auf die Landschaft.


Auch an dieser Grenzstation sind wir die einzigen Besucher und werden auf beiden Seiten liebenswürdig und schnell abgefertigt. Von den südafrikanischen Beamten bekommen wir dann noch eine andere Routenempfehlung für die Weiterfahrt als sie unser Navigationsgerät anzeigt. Die heftigen Regengüsse haben die kürzeste Piste zur nächsten großen Überlandstraße in einen schwer passierbaren Weg verwandelt.
Wir durchqueren die Provinzen Kwazulu Natal und Free State. Es geht durch riesige Baumplantagen und weitläufige Landschaften.. Es ist hier anders als entlang den Küsten, weniger dicht besiedelt und mit ausgedehnten landwirtschaftlich genutzten Flächen. Die Strecke gefällt uns ausgesprochen gut.



Es ist schade, dass immer wieder Wolken aufziehen, besonders als wir im Golden Gate Highlands National Park sind. Die Landschaft mit den Sandsteinformationen erinnert uns sehr an us-amerikanische Nationalparks.



Wir passen unsere Route so gut wie möglich dem Wetter, an um weiteren Regen zu vermeiden und beschließen deshalb, nach Kimberley zu fahren, der Hauptstadt der Provinz Nordkap. Die Stadt ist bekannt durch den Diamantenrausch im 19. Jahrhundert. Cecil Rhodes, ein sehr umstrittener britischer Kolonialpolitiker, hat hier die De Beers Mining Company gegründet. Diese Firma schürft bis heute noch aktiv im südlichen Afrika nach Diamanten. Die damalige Diamanten-Mine ist heute ein Museum, worin sich unter anderem das „Big Hole“ (Großes Loch) befindet. Es wird oft als das „größte je von Menschenhand gegrabene Loch“ bezeichnet. 1914 hat man den Abbau eingestellt und das ursprünglich 240 m tiefe Loch hat sich von unten her mit Wasser gefüllt.



Man kann hier zwar auch alleine herumlaufen, aber in den unterirdischen Bereich darf man nur im Rahmen einer Führung und das lassen wir uns natürlich nicht entgehen. Die alten Maschinen in den Stollen werden erklärt und wir enden in einer Diamanten-Ausstellung. Man darf überall fotografieren, nur nicht in diesem eigens gesicherten Raum.


In den restaurierten Häusern des ehemaligen Minendorfes sind wir dann wieder allein unterwegs. Die Gebäude ermöglichen einen guten Einblick in das damalige Leben und wir fühlen uns fast schon wie in einer alten Westernstadt.


Gleich gegenüber von Museum und „Big Hole“ gibt es einen Campingplatz. Bei unserer Ankunft ist er jedoch komplett von einem Motorrad-Klub angemietet, weil an diesem Wochenende ein Motorrad-Treffen stattfindet.


Es soll sehr laut werden, bekommen wir zu hören, doch wenn uns der Lärm nicht stören würde, könnten wir hier campen. Da wir selbst Motorrad fahren, macht uns das nichts aus, ganz im Gegenteil. Wir waren schließlich schon mehrmals beim größten Motorrad-Treffen der Welt, in Sturgis/South Dakota, USA, wo alljährlich hunderttausende Besucher zusammenkommen. Und den Lärm dort würden sie hier garantiert nicht toppen können. Aber dafür haben wir durch die gut bewachte Veranstaltung auf dem Camping garantiert den sichersten Platz in Kimberley, denn die Stadt hat nicht gerade einen guten Ruf, wenn es um die Sicherheit geht. Das Wochenende hier macht uns dann auch richtig viel Spaß. Die Motorradfahrer sind sehr kontaktfreudig und wir schauen bei einigen ihrer Aktionen zu. Besonders beliebt sind sogenannte „Burnouts“, bei denen der Fahrer das Hinterrad durchdrehen lässt, manchmal bis zum völligen Auflösen des Reifens.



Aufgrund der Regenfälle in der letzten Zeit hat der Oranje-Fluss viel Wasser. Deshalb fahren wir in den Augrabies-Nationalpark.

Der Fluss stürzt sich hier über mehrere Wasserfälle in eine bis zu 200 m tiefe Schlucht. Die Aussicht von den Plattformen ist noch beeindruckender als bei unserem letzten Besuch hier.


Unser nächstes Ziel ist der Kgalagadi-Transfrontier-Nationalpark. Eigentlich ist es viel zu heiß für einen Besuch um diese Jahreszeit und wir würden gerne ans Meer fahren. Doch an der Küste ist Regen vorhergesagt. Dieses Mal übernachten wir nicht im Park, sondern bleiben auf einem Campingplatz wenige Kilometer vorher. Die Lage ist toll, auf einer kleinen Anhöhe und mit unglaublicher Fernsicht. Besonders während der Sonnenuntergänge, wenn wir jeden Tag mit Wolkenformationen und Farbspielen am Himmel überrascht werden.

Tagsüber ist es sehr heiß, im Schatten steigen die Temperaturen auf über 40°C, in der Sonne auf mehr als 50°C.



Im Park sind wir nur in den frühen Morgenstunden unterwegs, da ziehen dann Gnus, Oryx-Antilopen, Springböcke sowie Strauße mit ihren Jungen umher.




Löwen und Geparden dagegen suchen sich – sobald es heiß wird – einen Schlafplatz, um den Tag dort zu verbringen.


Allmählich wird es Zeit für uns, nach Namibia zurückzufahren. Wir machen einen kurzen Stopp bei den Köcherbäumen in der Nähe von Keetmanshoop, werden aber wieder vom Regen eingeholt.


Deshalb fahren wir weiter auf einen Campingplatz in der Kalahari-Wüste, wo wir unsere Afrika-Reise ausklingen lassen. Es sind ruhige erholsame Tage mit mit Spaziergängen auf einer roten Düne und erfrischenden Nachmittagen am Swimming-Pool, während Giraffen, Springböcke und Zebras am Camp vorbeiziehen.