Weltreise Etappe Afrika – Vorschau – Malawi

“Was für ein herrlicher Morgen” schwärmt der Fahrer des Abholdienstes. Wir sind unterwegs vom Flughafen Hosea Kutako nach Windhoek und es regnet in Strömen. Hier hat man eben eine andere Vorstellung von “schönem Wetter”, denn hier wird Regen sehnsüchtig erwartet. Die Regenzeit geht eigentlich schon zu Ende. Doch in diesem Jahr ist – mal wieder – zu wenig Regen gefallen. Deshalb freut man sich über jeden Tropfen, der noch kommt.

Wir freuen uns nicht ganz so, denn der Campingplatz steht bereits unter Wasser und so nehmen wir uns für die erste Nacht ein Zimmer. Auch in den kommenden Tagen gibt es fast täglich einen längeren bzw. kürzeren Schauer. Dazwischen richten wir den Toyota ein, kaufen ein und bereiten alles für die kommenden Monate vor, in denen wir durch Namibia, Sambia und Malawi fahren wollen.

Weltreise Etappe Afrika

Als erstes fahren wir noch einmal in das “Lebende Museum der Ju/’Hoansi-San”, in dem wir schon mal waren. Wir treffen wieder den gleichen Führer, der uns schon beim letzten Mal hervorragend Kultur und Brauchtum seines Volkes erklärt und gezeigt hat.

Weltreise Etappe Afrika - Zambezi Region

Nach diesem Abstecher fahren wir nach Norden, durchqueren zügig den Caprivizipfel und reisen nach Sambia ein. Der Grenzübertritt ist wieder sehr einfach, es geht vom Schalter über die Visa-Ausstellung weiter zu diversen Stellen, bei denen die Fahrzeugeinreise samt Straßenbenutzungsgebühr und Versicherung abgewickelt und bezahlt wird. Alles läuft korrekt ab und da nur wenige Leute anstehen, geht es auch zügig voran.

Die Straße nach Livingstone haben wir vom letzten Jahr noch schlecht in Erinnerung und sie ist seitdem auch nicht ausgebessert worden. Zwischen Sesheke und der Abzweigung nach Kazungula holpern wir auf Wellblech und Teerfetzen dahin, immer auf der Suche nach einer Spur, bei der es nicht so entsetzlich rüttelt. Nur die letzten 70 km nach Livingstone ist die Teerstraße gut und völlig problemlos zu befahren.

Weltreise Etappe Afrika - Schild Livingstone

In Livingstone werden wir erneut vom Regen eingeholt. Einen Tag lang regnet es heftig und ohne Unterbrechung durch – in dem Moment kann man sich gar nicht vorstellen, dass es jemals wieder aufhören wird. Wenigstens können wir uns im Trockenen aufhalten. Bar und Lounge des Campingplatzes sind überdacht und dort verbringen wir die Zeit bis am Abend der Regen dann nachlässt.

Wir wollen möglichst bald nach Malawi, weshalb wir nur mit Übernachtungsstopps durch Sambia fahren. Besichtigungen verschieben wir auf die Zeit nach unserem Malawi-Aufenthalt. Zwei Wochen nach unserer Ankunft in Windhoek stehen wir an der Grenze Sambia – Malawi. Auch diese Einreise läuft korrekt ab, es dauert halt einfach nur seine Zeit, bis die ganzen Papiere für Visa und Fahrzeug ausgefüllt sind, irgendwo eingetippt und bezahlt werden.

Weltreise Etappe Afrika

Nach Lilongwe sind es knapp zwei Stunden Fahrt. Der Campingplatz dort ist herrlich. Ein gepflegter Garten, hohe schattenspendende Bäume, Rasenflächen und Ruhe – Barefoot Camp ist eine Empfehlung für den  Besuch der Hauptstadt.

Weltreise Etappe Afrika - Sonja Nertinger

Als wir in die Innenstadt fahren, kommen wir an der Gateway Mall vorbei mit zwei Supermärkten, Banken und einem Telefonladen. Hier kann man sich bestens versorgen, bevor man im Land umherreist.

Ostern steht vor der Tür und da dann auch die Einheimischen die Feiertage am Malawi-See verbringen, wollen wir lieber ein Stück nach Norden fahren. Alle Strände, so erzählt man uns, die von Lilongwe aus in 2 – 3 Stunden Fahrzeit erreichbar sind, sind dann nämlich überfüllt.

Weltreise Etappe Afrika
Weltreise Etappe Afrika
Weltreise Etappe Afrika

Als wir auf der M5 fahren, der Straße die mehr oder weniger dem westlichen See-Ufer folgt, wird der Unterschied zu Sambia noch deutlicher. Hier in Malawi sind noch mehr Menschen zu Fuß oder mit dem Fahrrad auf den Straßen unterwegs. Und in den kleinen Dörfern spielt sich das Leben ebenfalls links und rechts der Hauptstraße ab. Läden, Geschäfte, Handwerker, Verkaufsstände – alle siedeln möglichst nahe an den Straßen. Sie sind hier die Lebensadern und für uns gibt es ständig etwas Neuer zu sehen.

Weltreise Etappe Afrika
Weltreise Etappe Afrika
Weltreise Etappe Afrika

Köhler mit ihren hochbeladenen Fahrrädern, Zuckerrohrverkäufer, Obst- und Gemüseverkäuferinnen, Radfahrer mit Ziegen oder Schweinen auf dem Gepäckträger, Sargmacher, Fischverkäufer – es ist wirklich eine kunterbunte Mischung, auf die wir überall und ständig treffen.

Weltreise Etappe Afrika
Weltreise Etappe Afrika

Es gibt eine gute Infrastruktur mit Campingplätzen am Malawisee, viele Plätze werden von Südafrikanern oder Europäern geführt. Wir fahren gemächlich nach Norden, bleiben immer ein paar Tage an einem Platz  und sehen so ganz unterschiedliche Bereiche des Sees.

Der Malawi-See ist der neuntgrösste See der Welt und der drittgrösste Afrikas. Er ist 580 Kilometer lang, bis zu 80 Kilometer breit und an ihn grenzen die drei Länder Tansania, Mosambik und Malawi.

Weltreise Etappe Afrika
Weltreise Etappe Afrika

Nach den Osterfeiertagen drehen wir um und fahren an das südliche See-Ufer. Neben dem Lake Malawi Nationalpark liegt das Dorf Chembe und Chembes Eagles Nest wird unser Favorit unter allen Campingplätzen am See.

Der Stellplatz liegt direkt am Strand und tagelang sind wir die einzigen Camper hier.

Weltreise Etappe Afrika - Sonja Nertinger

Mit einem einheimischen Führer machen wir einen Bootsausflug bis zum Nationalpark, wo wir in einer Bucht die berühmten bunten Fische des Sees sehen. Der Malawi-See ist ja bekannt für seinen Fischreichtum. Es gibt verschiedene Arten von Buntbarschen, sie sind beliebte Fische für Aquarien auf der ganzen Welt.

Der Ausflug geht in Sichtweite zum Ufer, wir sehen das Dorf, verschiedene Hotelanlagen und Trockengestelle für Fische. Auf ein paar hohen Bäumen sitzen Schrei-Seeadler, die der Bootsführer anlockt, indem er einen toten Fisch ins Wasser wirft. Er macht das seit über 10 Jahren, erklärt er uns und die Adler würden ihn  kennen, wenn er mit dem Boot vorbeikommt. Sie wüssen dann schon, dass es was zu fressen gibt.

Der Adler rauscht heran, schnappt sich den toten Fisch und fliegt zurück auf den Baum. Schrei-Seeadler haben wir schon viele gesehen, aber so nah noch nicht.

Die Einheimischen leben hier natürlich  vom See, täglich fahren sie mit ihren Booten hinaus zum Fischen. Nach Sonnenuntergang machen sie auf den Booten Lichter an und diese Lichterkette zeigt uns am Abend an, wo die Flotte unterwegs ist.

Die gefangenen Fische werden entweder getrocknet, in Wasser gekocht oder über Feuer geräuchtert. Als wir mit dem Führer am nächsten Tag einen mehrstündigen Ausflug machen, schauen wir uns die Verarbeitung der Fische an, die wir tags zuvor vom Boot aus gesehen haben.

Weltreise Etappe Afrika
Weltreise Etappe Afrika

Im Dorf kennt unser Führer so ziemlich jeden Bewohner, schließlich ist er hier aufgewachsen. Deshalb dürfen wir auch den Frauen zusehen, die in einer Maismühle ihr Getreide mahlen lassen, wir schlendern mit ihm über den Markt, besichtigen die Wasseranlage, wo die Menschen kostenlos Trinkwasser holen dürfen und bekommen viele Erläuterungen über das Leben in Chembe.

Weltreise Etappe Afrika

Es sind sehr erholsame Tage hier am Malawi-See und wir sind uns sicher, dass wir während unserer Afrika-Reisen ganz sicher noch einmal hierher fahren werden.

Die Fahrt zurück ins Hochland machen wir über den Golomoti-Pass. Von mehreren Aussichtspunkten sehen wir sogar bis zum Malawi-See. Die kurvenreiche Strecke steigt vom See bis nach Dedza über 1100 m an. Die Straße ist geteert und gut zu befahren. Sie ist eine wichtige Verbindungsstraße vom Hochland an den See und entsprechend frequentiert. Deshalb haben sich hier Holzschnitzer niedergelassen, die auf Kundschaft hoffen. Sobald wir uns einem Verkaufsstand nähern, springt einer der Männer auf und streckt uns ein aus Holz geschnitztes Auto entgegen.

Irgendwann stoppen wir dann auch, um uns die Arbeiten aus der Nähe anzuschauen. Geländefahrzeuge, Motorräder, Fahrräder, Lkws – die Männer stellen in mühevoller Kleinarbeit wahre Kunstwerke her.  Wir dürfen sie sogar filmen und erleben dabei, mit welch einfachen Hilfsmitteln die Männer hier detailreich und phantasievoll die Fahrzeuge in Miniatur nachbauen.

Weltreise Etappe Afrika
Weltreise Etappe Afrika

Dedza liegt auf knapp 1600 m Höhe, ist von Bergen umgeben und ein wichtiges Wirtschaftszentrum. Verglichen mit den Temperaturen am See ist es hier auf dem Hochplateau morgens und abends richtig kühl.

Wir fahren Richtung Hauptstadt und die Landschaft mit einzelnen Bergen und dazwischen die landwirtschaftlichen Flächen sieht ganz anders aus als im Tiefland am See. Einen kurzen Zwischenstopp legen wir bei den Chongoni-Bergen ein. Hier gibt es Felszeichnungen, die es sogar auf die UNESCO-Welterbeliste geschafft haben.

Weltreise Etappe Afrika - Sonja Nertinger
Weltreise Etappe Afrika

Zurück in Lilongwe schauen wir uns eine Tabakauktion an. Zwischen April und September finden die Versteigerungen der Tabakballen statt. Bis zu 10.000 Säcke mit einem Gewicht von ungefähr 100 kg werden dort täglich versteigert. Und dieses Spektakel ist wirklich sehenswert.

Weltreise Etappe Afrika
Weltreise Etappe Afrika

Wir bekommen eine Führung durch die Halle, sehen wir die Ballen angeliefert, erfasst und von Arbeitern im Laufschritt in die riesige Halle befördert werden. Danach laufen Auktionator und Käufer in schnellem Tempo die langen Reihen entlang und mittels Singsang und eigenartigen Zeichen werden die Ballen gekauft. Wir verstehen wirklich nichts von dem ganzen Ritual, doch es funktioniert und Reihe für Reihe wird versteigert. Anschließend werden die Ballen wieder zugenäht und abtransportiert, damit Platz ist für neue Tabakballen. Diese Hektik ist mal ganz was anderes, denn sonst verläuft der Lebensrhythmus in Malawi ja doch viel langsamer.

Weltreise Etappe Afrika
Weltreise Etappe Afrika

Leider ist unsere Zeit in Malawi sehr begrenzt, wir haben nur ein Visum für 30 Tage und die sind fast um. Deshalb fahren wir zurück nach Sambia. Jetzt, nach der Regenzeit, ist der richtige Zeitpunkt für den Besuch des Südluangwa-Nationalpark. Die Lodges im Park haben noch nicht geöffnet, aber die Campingplätze außerhalb schon. Und auf dem Wildlife Campsite direkt am Fluss haben wir einen herrlichen Platz. Man macht hier Werbung unter anderem mit den tollen Sonnenuntergängen und dem können wir nur begeistert zustimmen. Jeden Tag geht die Sonne über dem Fluss in einem farbenprächtigen Spektakel unter, während  die Flusspferde schnauben und brüllen.

Weltreise Etappe Afrika
Weltreise Etappe Afrika
Weltreise Etappe Afrika

Auf den Sandbänken liegen Krokodile, am Ufer beobachten wir einen Waran und in den Bäumen farbige Vögel. Zum Wasserloch kommen Giraffen und Elefanten – die Tage hier sind von morgens bis abends ausgefüllt mit Tierbeobachtungen.

Wir verbringen auch einen ganzen Tag im Nationalpark selbst. Im Gegensatz zum Etosha-Nationalpark in Namibia fährt man hier nicht von Wasserloch zu Wasserloch, sondern es geht auf Pisten durch den Busch und dabei kommt man den Tieren oft unerwartet nahe. Zebras, Giraffen, und immer wieder Elefanten ziehen durch die Gegend. Es gibt hier keine umzäunten Rastplätze und man darf jederzeit aus dem Auto aussteigen, was ja in Etosha verboten ist. 

Weltreise Etappe Afrika
Weltreise Etappe Afrika

Über Lusaka fahren wir erneut nach Livingstone. Unterwegs stoppen wir bei Köhlern und filmen ihre Verkaufsstände. Sowohl in Sambia als auch in Malawi sieht man sie eigentlich ständig. Entweder mit Verkaufsständen an der Straße oder mit Fahrrädern, wenn sie die Kohlesäcke zu den Ortschaften und Märkten bringen.

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Für uns geht es zurück nach Namibia und dort bleiben wir ein paar Tage auf einer Farm. Wir waren schon mehrmals dort und haben früher schon einen Teil des Farmlebens filmen dürfen.

Weltreise Etappe Afrika

Dieses Mal bekommen wir gezeigt, wie Viehfutter in der trockenen Jahreszeit gemacht wird. Weil es – wieder einmal – zu wenig geregnet hat, ist es für viele Farmer ein Problem, Rinder zu halten. Es gibt dann zu wenig Futter und oft müssen Tiere notgeschlachtet werden.

Auf dieser Farm wird das Futter aus Bäumen gemacht. Die Äste mit den Blättern werden abgehackt, das Ganze wird gehäckselt und später mit Proteinen angereichert. Sollte es dann den Rindern immer noch nicht schmecken, mischt man etwas süße Melasse unter das Futter. “Durch diese Leckerei bringt man garantiert alle Tiere dazu, auch den Rest zu fressen” – bekommen wir erklärt.

Weltreise Etappe Afrika
Weltreise Etappe Afrika

Die Farm ist nicht weit weg vom Etosha-Nationalpark und den besuchen wir natürlich auch wieder. 3 Tage lang fahren wir hinein, schauen uns unterschiedliche Wasserlöcher an und werden mal wieder mit vielen Tieren belohnt. Vor allem bekommen wir gleich mehrmals ein Nashorn zu sehen und das haben wir uns schon lange gewünscht. Daneben natürlich wieder viele Elefanten und Giraffen, Gnus und Zebras.

Weltreise Etappe Afrika
Weltreise Etappe Afrika

Auf dem Weg an die Küste stoppen wir im Oppi-Koppi Restcamp. Der dazugehörige Ort Kamanjab besteht hauptsächlich aus einer Kreuzung, zwei Supermärkten und zwei Tankstellen. Aber der Camping ist schön angelegt und direkt hinter unserem Stellplatz laufen Strauße vorbei, die hier ein großes Gehege haben. Und nach Einbruch der Dunkelheit werden in der Nähe des Restaurants Stachelschweine mit den Gemüseabfällen gefüttert.

Weltreise Etappe Afrika

Zu Fuß gehen wir vom Camping aus zu einem kleinen Himba-Dorf. Diesen Ausflug zahlt man im Campingplatz, bekommt dafür eine Quittung, die man dem Führer gibt, der einen dann zu den Hütten begleitet.

In der Hauptsache sind junge Mädchen da und der Himba-Führer erklärt uns die Lebensweise seines Stammes. Die Erklärungen sind sehr ausführlich und in gutem Englisch, da er auf eine Schule gegangen ist. Die namibische Regierung, so erklärt er uns, will alle Kinder dazu bringen, in die Schule zu gehen. Doch oft sei es den Eltern nicht klar, wozu die Kinder das sollten. Schließlich würden die Jungen später das Vieh hüten und die Mädchen sowieso nur im Dorf leben.

Weltreise Etappe Afrika

Von Kamanjab fahren wir auf einsamen Pisten an die Atlantikküste. Dabei lassen wir das heiße und trockene Wüstenklima hinter uns. In Hentjes Bay ist es ein Tag mit dem berühmten Küstennebel. Morgens hat es 9°C und das Zelt ist außen so nass, als hätte man einen Eimer Wasser darüber geschüttet. Wir sehen zwar gelegentlich die Sonne, aber sie schafft es heute nicht, den Nebel zu vertreiben.

Das Wetter hält uns aber nicht von einem Ausflug nach Cape Cross ab. Dort gibt es zwei Sehenswürdigkeiten. Einmal das Kreuz zur Erinnerung an den ersten Europäer, den Portugiesen Diego Cão der hier 1486 gelandet ist. Das Kreuz wurde jedoch 1893 von einem deutschen Kapitän mitgenommen und durch eine Kopie ersetzt. Das Originalkreuz landete im Deutschen Historischen Museum (DHM) in Berlin. Aber dort soll es nicht mehr lange bleiben. Angeblich ist die Rückkehr des über 500 Jahre alten Kreuzes für Sommer 2019 nach Namibia geplant. Wo genau in Namibia die Stele vom Kreuzkap stehen wird, ist allerdings noch ungewiss.

Nebem dem Kreuz sind die Robben die zweite Attraktion. Zwischen 80.000 und 100.000 Tiere tummeln sich angeblich in der Bucht. Das macht die Gegend nicht nur laut, viel schlimmer ist der unglaubliche Gestank. Selbst bei geschlossenen Fenstern wirft es uns fast um, als wir auf den Parkplatz fahren. Robben wohin wir auch schauen. Um auf den Holzsteg zu kommen, der als Aussichtsplattform eingerichtet worden ist, müssen wir mitten durch die herumliegenden Robben gehen und irgendwie über die Absperrung steigen. Der eigentliche Eingang ist von schlafenden Robben belegt. Auch die Hütte mit Tischen und Bänken ist voll von ihnen. Jeder Quadratmeter ist belegt, bis hinunter an den Strand und ins Meer hinein –  Robben, Robben und noch mal Robben. Mit so vielen haben wir tatächlich nicht gerechnet.

Weltreise Etappe Afrika

Es dauert eine ganze Weile, bis wir uns an den Gestank gewöhnt haben, aber so geht es allen Besuchern hier. Jeder läuft mit Tuch oder Schal vor der Nase herum. Andererseits kommt man den Tieren extrem nah und kann sie hervorragend beobachten und fotografieren.

Weltreise Etappe Afrika

Zwischen den Robben sehen wir immer wieder Schakale. Sie ernähren sich von verletzten oder  toten Tieren und spielen dabei sowas wie die Gesundheitspolizei.

Wir bleiben in den nächsten Tagen noch an der Küste und fahren weiter nach Swakopmund. Auch dort hält sich der Küstennebel, es ist höchstens stundenweise besser, wenn die Sonne es schafft, durchzukommen. Aber die Stadt gefällt uns und wir bummeln auch dieses Mal ausgiebig durch die breiten Straßen, entlang der Strandpromenade und begeistern uns für die deutsche Vergangenheit, auf die man immer wieder trifft.

Der Namib-Naukluft-Park ist unser nächstes Ziel. Kaum sind wir ein paar Kilometer landeinwärts gefahren, bleibt der Küstennebel zurück und wir genießen endlich wieder blauen Himmel und Sonnenschein. Auf Pisten fahren wir in dem Gebiet herum, es gibt tolle Berglandschaften, von Wind und Wetter zu eigenartigen Formationen geschliffene Felsen und viel Einsamkeit, wenn man das möchte.

Weltreise Etappe Afrika
Weltreise Etappe Afrika - Tropic of Capricom Schild

Ende Mai/Anfang Juni gelten als Vorsaison und nur bei den touristischen Sehenswürdigkeiten treffen wir andere Leute. Ansonsten sind wir selbst auf Campingplätzen oft die einzigen Besucher.

Weltreise Etappe Afrika
Weltreise Etappe Afrika - Sonja Nertinger

Natürlich gilt das nicht für Sossusvlei, schließlich sind die Dünen einer der Höhepunkte bei einer Namibia-Reise.

Auh wenn alle Reiseführer behaupten, dass es morgens zum Sonnenaufgang am schönsten bei den Dünen sei, fahren wir erst später los. Die Farben der Dünen werden nämlich erst im Laufe des Vormittags besser. Bei manchen ist sogar erst am späten Nachmittag das beste Licht zum Fotografieren.

Weltreise Etappe Afrika
Weltreise Etappe Afrika - Sonja Nertinger

Von der Namib-Wüste geht es weiter in die Kalahari-Wüste. Wobei die Kalahari eher eine Savannenlandschaft ist als eine Wüste. Die Kalahari reicht im Osten bis nach Simbabwe, zieht sich vom Oranje-Fluss bis nach Angola und ihr westliches Ende liegt in Namibia. Die „Zentral-Kalahari“, also der größte Teil befindet sich in Botswana. Kennzeichen der Kalahari sind lange Trockenperioden und gelegentliche Regenfälle, deren Niederschlagsmengen im Gegensatz zu anderen Wüsten mit 150-250 mm pro Jahr bzw. bis zu 500 mm im Norden der Wüste ziemlich hoch sind.

Der Campingplatz in Stampriet liegt auf einer Farm und zum ersten Mal sitzen wir unter Palmen. Stampriet wurde 1898 als Handelsposten in Deutsch-Südwest-Afrika gegründet gegründet und war immer wieder Schauplatz kriegerischer Auseinandersetzungen zwischen Deutschen und Nama. Heute ist die Umgebung für Landwirtschaft und Gemüseanbau bekannt. Neben der Farm findet eine Tierauktion statt, bei der Schafe versteigert werden. Dazu kommen die Farmer aus der ganzen Umgebung und die Frauen verkaufen im Gemeindehaus selbstgebackene Kuchen und Kekse. Es ist eine gute Gelegenheit für uns, einmal so richtig dem Farmlebeben zuzusehen und selbstverständlich decken wir uns mit allerhand Leckereien ein.

Der nächste Camping liegt ebenfalls in der Kalahari und ist von einem fast 10.000 Hektar großen Naturpark umgeben. Man hat hat Wanderwege angelegt und bei einem mehrstündigen Sparziergang sehen wir Springböcke, Strauße, Erdhörnchen und wir schrecken sogar einen Buschhasen auf.

Das Haupthaus ist soweit von unserem Stellplatz entfernt, dass wir es nicht sehen können und das Gefühl haben, völlig allein in der Wildnis zu sitzen.

Weltreise Etappe Afrika
Weltreise Etappe Afrika

Der krönende Abschluss unserer Reise ist dieses Mal der Besuch einer Astrofarm. Geringe Luftverschmutzung und wenig Lichter aufgrund der dünnen Besiedelung bieten in Namibia beste Bedingungen für die nächtliche Sternenbeobachtung. Es gibt mehrere sogenannte Astro-Farmen, die sich darauf spezialisiert haben. Hakos Gästefarm liegt auf 1800 m Höhe in völliger Einsamkeit in den Hakos-Bergen. Der nächste Ort ist mehr als 100 Kilometer entfernt.

Auf der Astrofarm sind zwei Sternwarten und der  Verein Internationale Amateur Sternwarte (IAS) ansässig. Man kann dort eine Sternführung buchen, die nach Einbruch der Dunkelheit stattfindet. Unsere Führung wird von drei österreichischen Hobbyastronomen gemacht, die das leistungsstarke Teleskop immer wieder neu ausrichten, damit wir den Mond und die Milchstraße unglaublich nah sehen können. Die Erklärungen sind für uns als Laien sehr gut verständlich und die Begeisterung der Männer ist wirklich ansteckend. Höhepunkt ist der Planet Jupiter, bei dem wir vier Monde und Wolken sehen können, was unter normalen Umständen ja nicht möglich ist.

Dabei ist uns Jupiter in den Nächten vorher mit seiner Leuchtkraft bereits aufgefallen.

Weltreise Etappe Afrika

Mit den Informationen, die wir zum Sternenhimmel bekommen, werden wir die Nächte in Namibia bzw. im südlichen Afrika bei unseren nächsten Reisen sicher noch mehr genießen als bisher schon.

Wir freuen uns schon auf die nächste Reise, die noch in diesem Jahr stattfinden wird….

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